Kanadas Sprachgesetze unter gewissen bestimmten Umständen schwammig

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Kanadas Sprachgesetze unter gewissen bestimmten Umständen schwammig

25 January 2012

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Obwohl Kanada gegenüber Kandidaten für den Obersten Gerichtshof hart sein kann, wenn sie der französischen Sprache nicht mächtig sind, wird gerade nicht viel Druck auf die Law Society of Upper Canada ausgeübt, die als Anwaltskammer von Ontario für die Regularien des Anwaltsberufs in der Provinz Ontario zuständig ist, nachdem deren Sprachregularien alles andere als im Einklang mit der offiziellen Zweisprachigkeit des Landes sind.
Zumindest lassen dies die Ergebnisse einer gerichtlichen Anhörung im Fall Landry v. Law Society of Upper Canada vermuten. In diesem Fall stellte das zuständige Gericht in Ontario fest, dass die Entscheidung des Anhörungsausschusses  der Law Society, sein Urteil erst sechs Wochen nach dessen  Veröffentlichung in englischer Sprache ins Französische zu übersetzen, nicht überprüft werden müsse. Und das trotz der Tatsache, dass sich das Zuständigkeitsgebiet der Law Society of Upper Canada auf das gesamte Gebiet der vorwiegend englischsprachigen Provinz Ontario bezieht,  die Klägerin aber eine französisch sprechende Bewohnerin Ottawas ist, einer der wenigen wirklich bilingualen Städte Kanadas.
Ms. Landry war von der Law Society im Januar 2011 belangt worden, weil sie einer Forderung der Law Society auf Herausgabe von Informationen nicht in angemessener Zeit nachgekommen war. Sie erhielt eine zweimonatige Suspension von ihrer rechtlichen Tätigkeit als Anwältin und eine Geldstrafe in Höhe von CDN $ 4,000. Der Richterspruch legte fest, dass die Suspendierung erst zwei Monate nach dem Urteil beginnen könne, damit sie erforderlichenfalls Revision gegen das Urteil einlegen könne. Nachdem die Beklagte jedoch nicht fließend Englisch konnte, hatte dies zur Folge, dass sie sich der Konsequenz  dieser Entscheidung und der Revisionsmöglichkeit erst zwei Wochen vor Ihrer Suspendierung  bewusst werden könne, es sei denn, sie würde die Kosten für die sofortige Übersetzung des Urteils selbst zahlen.
Diese Entscheidung  wirft die Frage auf, wie weit Kanada tatsächlich bereit ist zu gehen, um ihre  Identität als zweisprachiges Land zu schützen. Obwohl die Provinz Ontario eine signifikante französisch sprechende Bevölkerung hat und man von Richtern aus dieser Provinz, die zum Supreme Court of Canada ernannt werden, erwartet, funktionell zweisprachig zu sein, ist es offensichtlich damit nicht so weit her wie man denken mag.